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IN PRACTICE

Nachhaltigkeit im Betrieb – konkret, digital, systematisch

Nachhaltige Shopping-Center entstehen durch das Zusammenspiel verschiedener Handlungsfelder. Erneuerbare Energien, Biodiversität, belastbare ESG-Daten und ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagement tragen dazu bei, die von ECE gemanagten Center kontinuierlich weiterzuentwickeln. Sieben Beispiele zeigen, wie Nachhaltigkeit in Betrieb und Portfoliosteuerung integriert wird. 

ENERGIEEFFIZIENZ
Solarenergie auf unseren Dächern

Die Nutzung erneuerbarer Energien direkt an unseren Standorten ist ein wichtiger Baustein für eine energieeffizientere Bewirtschaftung und schrittweise Dekarbonisierung unserer Shopping-Center. Die Nutzung von Solarenergie wurde mit neuen Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Rhein-Neckar-Zentrums Viernheim, des Oder-Centers Schwedt und des Haid Centers Linz weiter ausgebaut. Der vor Ort erzeugte Solarstrom kann unmittelbar zur Versorgung der Center beitragen und reduziert damit den Strombezug aus dem Netz. Wie groß das Potenzial vorhandener Dachflächen sein kann, zeigt das Beispiel Rhein-Neckar-Zentrum Viernheim. Auf zwei geeigneten Dachflächen wurden rund 1.726 Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von 742 kWp installiert. Die 2024 in Betrieb genommene Anlage erzeugt rund 645.000 kWh Strom pro Jahr. Damit können rechnerisch etwa 16 Prozent des Stromverbrauchs der Allgemeinflächen durch lokal erzeugten Solarstrom gedeckt werden mit dem Potenzial zur Reduzierung des Netzstrombezugs und langfristig der energieseitigen Betriebskosten.

 

1.726

Installierte PV-Module

742

kWp

Nennleistung

645.000

kWh

nachhaltige Energie pro Jahr 

Solardach.webp
GREEN-LEASE-MIETERDATENPORTAL
Mehr Transparenz durch digitales Datenmanagement

Mit dem Green-Lease-Mieterdatenportal digitalisiert und standardisiert ECE die Erhebung nachhaltigkeitsrelevanter Daten ihrer Mietpartner. Über das Portal werden jährlich zentrale Informationen zu Energieverbrauch, Ökostrom, LED-Beleuchtung und Abfallentsorgung erfasst. Gleichzeitig erhalten Mietpartner ESG-relevante Informationen zu ihrer Immobilie, etwa Energieausweise, Green-Building-Zertifikate und Abfallbilanzen.
Der Rollout ist bereits in sieben europäischen Ländern gestartet und wird sukzessive ausgeweitet. Die strukturierte Erhebung verbessert Datenqualität, Vergleichbarkeit und Transparenz und schafft eine belastbare Grundlage für die ESG-Bewertung und langfristige Weiterentwicklung der Immobilien. 

 

7.000

+

Green-Lease-Abschlüsse mit Retailern 

7

Länder in Europa nutzen es bereits

Green-Lease-Mieterdatenportal
KONTINUIERLICH BESSER
Nachhaltigkeit nach dem PDCA-Prinzip

Nachhaltigkeit in Bestandsgebäuden erfordert einen systematischen Prozess, mit dem die Gebäudeperformance kontinuierlich verbessert und Fortschritte transparent dokumentiert werden. ECE etabliert dafür einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess nach dem 
Plan-Do-Check-Act-Prinzip (PDCA).

Der Ansatz folgt einem klaren Kreislauf: Ziele definieren, Maßnahmen umsetzen, ihre Wirksamkeit überprüfen und bei Bedarf nachsteuern. Im Fokus stehen unter anderem Klimaschutz und Energieeffizienz, Wasserverbrauch, Wertstoffmanagement, Betriebskosten und Innenraumkomfort. Regelmäßige Reviews schaffen Transparenz über den Umsetzungsstand und helfen, weitere Optimierungspotenziale frühzeitig zu erkennen.

Für jedes Objekt entwickeln wir einen individuellen Plan mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen. Verbrauchsdaten und weitere relevante Kennzahlen werden regelmäßig ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung der Maßnahmen- und Klimaschutzfahrpläne ein. So wird Nachhaltigkeit im Gebäudebetrieb als kontinuierlicher und messbarer Verbesserungsprozess verankert. 

 

Nachhaltigkeit_Grafik.svg
PDCA-Zyklus – Universelle Methode zur Optimierung und stetigen Verbesserung von Prozessen.
ESG-SCREENING
Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung von Immobilien

Mit dem ESG-Screening bietet ECE Eigentümern und Investoren eine fundierte Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung ihrer Immobilien. Dabei wird der ESG-Reifegrad eines Objekts systematisch bewertet und es werden Risiken sowie konkrete Verbesserungspotenziale identifiziert. Im Fokus stehen unter anderem Energieeffizienz, CO₂-Emissionen, Klimarisiken, Ressourceneffizienz, Mobilität und Nutzerkomfort sowie regulatorische Anforderungen und Nachhaltigkeitszertifizierungen.

Auf Basis von Betriebs- und Verbrauchsdaten sowie der Bewertung technischer Anlagen entwickelt ECE kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Reduzierung von Energieverbräuchen und Treibhausgasemissionen sowie der Entwicklung von Dekarbonisierungspfaden.

Das ESG-Screening unterstützt damit fundierte Investitionsentscheidungen und die strategische Weiterentwicklung von Immobilien. Gleichzeitig liefert es relevante Grundlagen für das Nachhaltigkeitsreporting sowie für für die Erfüllung der Anforderungen von Investoren und Banken. 

E-MOBILITÄT
Ausbau der Ladeinfrastruktur

Mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur entwickelt ECE Shopping-Center auch im Bereich der Elektromobilität weiter. Ein aktuelles Projekt zeigt beispielhaft, wie sich leistungsfähige Ladeinfrastruktur unter Berücksichtigung technischer, sicherheitsrelevanter und nutzerorientierter Anforderungen in bestehende Immobilien integrieren lässt.

Im Mai 2026 wurden im Rhein-Center Köln zwölf DC-Ladepunkte mit bis zu 50 kW sowie zwei High-Power-Charging-Ladepunkte (HPC) mit bis zu 150 kW Ladeleistung in Betrieb genommen. Für die Integration wurden neben der technischen Infrastruktur auch die Ladebereiche umfassend angepasst. Dazu gehören zusätzliche Beleuchtung, neue Parkplatzmarkierungen, Anfahr- und Absturzsicherungen sowie die Erweiterung der Brandmeldeanlage. Ein Beschilderungs- und Wayfinding-Konzept unterstützt zudem die einfache Orientierung vor Ort. 

 

14

DC-Ladepunkte in Köln davon 2 HPC-Ladepunkte

150

kW

Ladeleistung (ca.)

480

Ø

durch ECE realisierte bzw. koordinierte Ladepunkte im gesamten ECE-Portfolio

E-Auto lädt
Dachgarten.webp
Biodiversitäts-Pilot im Rosengårdcentret: Bestehende Grünflächen werden auf Entwicklungsmöglichkeiten geprüft.
LCA & LCC:
Früh planen, CO₂ und Kosten reduzieren

ECE integriert Ökobilanzen (LCA) und Lebenszykluskostenanalysen (LCC) frühzeitig in die Planung von Bau- und Umbaumaßnahmen. So lassen sich Varianten transparent hinsichtlich CO₂-Wirkung, grauer Energie und langfristiger Wirtschaftlichkeit vergleichen.

Gerade beim Umbau ist der Erhalt vorhandener Bauteile ein wichtiger Hebel: Er kann Emissionen und Energieaufwand für Herstellung, Transport und Einbau neuer Materialien reduzieren. Unterstützt wird dies durch standardisierte Pflichtenhefte, Bauteilkataloge, Checklisten sowie Rückbau- und Recyclingkonzepte.

Ein Pilotprojekt zeigt den Mehrwert: Der frühe Vergleich unterschiedlicher Konstruktionsvarianten schafft eine belastbare Entscheidungsgrundlage, zeigte Potenziale zur Verringerung von Umweltwirkungen und Lebenszykluskosten und ermöglicht es, Nachhaltigkeit gezielt in die Planung zu integrieren.

BIODIVERSITÄT
Von Pilotprojekten zur Strategie

Der Schutz von Ökosystemen und die Förderung der biologischen Vielfalt gewinnen auch für den nachhaltigen Betrieb von Shopping-Centern an Bedeutung. ECE entwickelt daher eine Biodiversitätsstrategie, die konkrete Maßnahmen in ausgewählten Centern mit der Entwicklung eines übergeordneten Biodiversitäts-Transitionsplans und geeigneter Kennzahlen verbindet.

Gemeinsam mit externen Partnern wurden zwei Center auf ihre Biodiversitätspotenziale untersucht und standortspezifische Maßnahmen abgeleitet. Dazu können die naturnahe Gestaltung und Begrünung von Flächen, neue Lebensräume für Insekten, Vögel und Pflanzen sowie potenzielle Verbesserungen von Mikroklima, Luftqualität und Regenwasserrückhalt gehören. Die Erfahrungen sollen als Blueprint für weitere Center dienen.

Parallel beteiligt sich ECE an der Initiative für Nature-Aligned Transition (INAT). Im Austausch mit Unternehmen und weiteren Akteuren werden Grundlagen für einen Biodiversitäts-Transitionsplan und aussagekräftige KPIs entwickelt. So sollen Biodiversitätsmaßnahmen künftig systematisch bewertet, weiterentwickelt und auf weitere Center übertragen werden.